Selbstsicherheitstraining - Leben ohne Gewalt

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Selbstsicherheitstraining

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SeSiT = Selbstsicherheits - Training für Menschen mit Opfererfahrung ("Einmal Opfer, nie mehr Opfer!")

Nach sechs Jahren reiner "Täterarbeit" bieten wir ab sofort auch ein Selbst – Sicherheits – Training für Menschen mit Opfererfahrungen (SeSiT) an . Dieses Training richtet sich sowohl an Frauen als auch an Männer, egal welchen Alters oder welcher Herkunft.

Die Teilnehmer/innen sollen durch das Training befähigt werden, zu erkennen, warum und aus welcher Situation heraus sie wie reagiert haben und welche Alternativen ihnen persönlich zur Verfügung stehen können. Körpersprache, Wahrnehmung, Reaktion usw. sollen bewusst gemacht werden. Das aktive Heraustreten aus der Opferrolle soll Ziel des Trainings sein.

Wir bieten ein 40-stündiges gemischtgeschlechtliches Gruppentraining für Erwachsene an. Ort und Zeiten/Termine werden individuell nach Eingang der jederzeit möglichen Anmeldung mitgeteilt. Pro Training benötigen wir mindestens acht und maximal 16 Anmeldungen, die Kosten des SeSiT trägt der Verein Leben ohne Gewalt e. V.


Den Flyer mit konkreten Daten finden Sie hier.


HINWEIS: Es handelt sich nicht um eine Therapie!!


Aus dem Konzept:
Bei Betrachtung der Gewaltproblematik innerhalb unserer Gesellschaft ist festzustellen, dass trotz aller Bemühungen, Unterstützungen und Hilfsangebote durch Gesetzgeber, Institutionen und einzelne Bürger/-innen für Menschen mit Opfererfahrung der Fokus nach wie vor immer noch zu intensiv auf die Täter-/ Innen gerichtet ist. Das heißt, wir beschäftigen uns immer noch zu sehr mit den Täter-/Innen und zu wenig mit den Menschen mit Opfererfahrung.
Allein durch die Benutzung des Terminus „Opfer" werden Menschen, die Gewalt erfahren haben, stigmatisiert. Diese Stigmatisierung beinhaltet sehr schnell auch eine negative Prägung. „Opfer" sind „arm, bemitleidenswert, schwach, passiv".
Dieser Begriff assoziiert also bei fast allen Menschen in erster Linie Schwäche und Hilflosigkeit. In dieser Situation tritt dann leicht die „sich selbst erfüllende Prophezeiung" ein. Im Gehirn dieser Menschen bleibt oft für immer Angst, Unsicherheit und das Gefühl eingeprägt, für Gefahrensituationen und Konflikte im Leben kein hilfreiches Drehbuch zu besitzen. Einmal Opfer, immer Opfer!
Nicht von ungefähr haben Opfer von Gewalthandlungen häufig das Gefühl, durch Vernehmungen bei Polizei und/oder Gericht nicht verteidigt, sondern eher angegriffen und bloßgestellt zu werden. Die Finanzierung der Therapie bleibender Traumatisierung muss teilweise erst mühsam erkämpft werden, während der Täter teuer begutachtet wird, um evtl. Gründe für sein Verhalten zu finden. Für den Täter finden sich Rechtfertigungen, während sich das Opfer für seine Hilflosigkeit manchmal Häme gefallen lassen muss.
Es besteht zweifelsfrei noch ein großer Handlungsbedarf, um die Schere zwischen den Bemühungen um Menschen mit Opfererfahrung und den Bemühungen um Täter-/ Innen zu schließen.

Jede Gewalttat weniger, jedes Opfer weniger ist ein Schritt auf dem Weg zum von uns erstrebten gewaltfreien Miteinander in der Gesellschaft.

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