Fragen - Leben ohne Gewalt

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Fragen

Anti-Gewalt-Training

Häufig gestellte Fragen:

Wann beginnt das nächste Anti-Gewalt-Training?
Sobald uns genügend Anmeldungen für ein neues Training vorliegen, können wir den nächsten Kurs planen. Wir haben aber keinen Einfluss darauf, wann und in welcher Anzahl die nötigen Anmeldungen eingehen.
Grundsätzlich gehen wir aber davon aus, im Jahr etwa 3-4 Trainings anbieten zu können, so dass die Wartezeit maximal 3-4 Monate beträgt.
Es empfiehlt sich deshalb immer, sich schnellstens anzumelden, um baldmöglich einen Teilnahmeplatz zu erhalten.
Im Allgemeinen können wir aber immer grob angeben, wann wir damit rechnen, ein neues Training anzubieten. Fragen Sie uns einfach: am besten per Mail an info@leben-ohne-gewalt.de


Was passiert, wenn ich mich angemeldet habe?
Sobald die Anmeldung bei uns ankommt (bitte unbedingt per Post, da wir die Unterschrift wegen der Schweigepflichtsentbindung im Original benötigen), nehmen wir die Daten in unsere Warteliste auf und schicken dem Teilnehmer innerhalb einer Woche eine Anmeldebestätigung. Hierin erklären wir auch das weitere Vorgehen und weisen schon auf die vor dem Training fällige Eigenbeteiligung hin.
Sobald genügend Anmeldungen vorliegen, verschicken wir eine Zahlungsaufforderung für die Eigenbeteiligung und eine Einladung zu einem Auswahlgespräch. In diesem Gespräch klären die Trainer ab, ob Ausschlussgründe vorliegen (psych. Erkrankung, akuter Drogen-missbrauch, mangelnde Sprachkenntnisse o.ä.), ob ausreichende Motivation zur Veränderung beim Teilnehmer vorliegt und ob die Termine eingehalten werden können.
Wenn alles „passt“, erhält der Teilnehmer eine verbindliche Zusage für das Training, unterschreibt den Trainingsvertrag und bekommt alle weiteren Informationen über Ort und Zeit noch einmal schriftlich ausgehändigt.


Warum muss jeder die Eigenbeteiligung von 50 € zahlen?
„Was nichts kostet, ist auch nichts wert!“ oder „Ist ja egal, ob ich regelmäßig teilnehme oder abbreche, es kostet mich ja nichts“
Jeder Teilnehmerplatz kostet den Verein ungefähr 1.000 €. Durch die Eigenbeteiligung in Höhe von 50 € (=5%) wollen wir den Teilnehmern bewusst machen, dass auch sie eine Leistung erbringen müssen, wenn sie ihr Verhalten ändern wollen. Wir wollen sie hierdurch zusätzlich motivieren, das Training ernst zu nehmen und bis zum Ende durchzuhalten, um für ihr Geld die entsprechende Leistung als Gegenwert zu bekommen.


Warum gibt es keine Ratenzahlungen oder Ausnahmen?
Alle Vereinsmitglieder sind ehrenamtlich tätig und deshalb ist es ihnen nicht zuzumuten, zusätzlich zur anfallenden nicht unbeträchtlichen Arbeit auch noch Inkassodienste zu leisten.
Die Nachhaltung und ggfls. Anmahnung offener Raten bis hin zu gerichtlichen Mahnverfahren ist recht aufwendig und steht in keinem Verhältnis zum Ergebnis.
Erfahrungsgemäß führt die Gewährung von Raten zu der Einstellung: „aus den Augen, aus dem Sinn“, wenn das Training erst mal läuft oder schon beendet ist, obwohl noch Zahlungen offen sind.
Auch von Hartz IV-Empfängern darf erwartet werden, dass sie die nötige Summe vorher „ansparen“ oder sich im Zweifelsfall leihen, da diese Bedingung ihnen lange genug vorher bekannt ist.
Eine Prüfung der individuellen Einkommenslage steht für uns nicht zur Debatte. Für uns sind alle Teilnehmer gleich, also gibt es auch keine Ausnahmen!


Weshalb dauert das AGT bei LoG 80 Zeitstunden?
Wer jahrelang gewalttätiges Verhalten „eingeübt“ hat, wird dieses nicht von einem Tag auf den anderen ändern können.
Wir möchten uns in unseren Trainings die nötige Zeit nehmen, jedem einzelnen nachvollziehbar zu verdeutlichen, was er wie und warum verändern muss und kann. Das ist nicht mit einem Kurzvortrag zu erledigen. Da wir andererseits nicht therapeutisch oder lebensbegleitend tätig werden, haben wir uns mit unseren Trainern auf eine Konzeption von derzeit 80 Zeitstunden geeinigt.


Weshalb findet das Training bei LoG an den Wochenenden statt?
Auch wenn ein Großteil unserer Teilnehmer nicht in einem Arbeitsverhältnis steht, wollen wir doch auch Rücksicht auf die wenigen nehmen, die unser Training neben Beruf und Familie absolvieren (unter anderem unsere Trainer!)
Die Wochenenden bieten uns zudem die Möglichkeit, die Thematik ausführlich und in konzentrierter Form zu bearbeiten. Es hat sich für uns und auch für die bisherigen Teilnehmer bewährt, jeweils 8 Stunden “am Stück“ (natürlich mit kleinen Pausen) im Thema zu bleiben und sich nicht immer wieder neu einfinden zu müssen.
Positiver Nebeneffekt für die Teilnehmer ist natürlich auch, dass sie nach durchschnittlich 2 Monaten den Kurs beendet haben.
Da wir zwischenzeitlich ein- oder zweimal ein Wochenende aussetzen, besteht auch immer die Gelegenheit, sich um private Dinge zu kümmern oder einfach auch mal auszuschlafen.


Wie lange darf man fehlen, bevor man rausfliegt?
Es gibt keine festgelegte Stundenanzahl, die man getrost versäumen darf. Die Trainer entscheiden im Einzelfall, wann die Grenze erreicht ist, bei der man nicht mehr von einer erfolgreichen Teilnahme reden kann. Diese ist u.a. abhängig von den Gründen der Fehlzeit sowie dem Gesamtverhalten des Teilnehmers.
Die jeweiligen Fehlstunden werden bei allen Teilnehmern auch in der Teilnahmebescheinigung aufgeführt.


Welche Gründe führen zu einem Ausschluss vom Training?
Vom Training ausgeschlossen wird, wer zu hohe Fehlzeiten aufweist oder sich nicht an die Trainingsregeln hält, die am ersten Tag besprochen und von jedem einzelnen unterschrieben werden. Hierzu gehören beispiels-weise absolute Gewaltfreiheit während des Trainings, pünktliches Erscheinen zu allen Terminen sowie Rauschmittelfreiheit.


Muss ich Angst vor dem „heißen Stuhl“ haben?
Ein „heißer Stuhl“ ist keine Strafe für den Teilnehmer oder die Gelegenheit, ihn „vorzuführen“ und „klein“ zu machen, sondern die Chance für ihn, direkt und persönlich seine eigene Situation zu erkennen und zu lernen, was er verändern kann/muss.
Im „heißen Stuhl“ sitzt der Teilnehmer nach einer entsprechenden Vorbereitung allein auf einem Stuhl den Trainern (und evtl. einzelnen Teilnehmern) gegenüber und wird intensiv „konfrontiert“. Intensivkonfrontation bedeutet nicht, einen Konflikt zu suchen und den anderen zu verletzen, sondern stellt die ehrliche Gegenüberstellung von Verhaltensmustern dar. Konfrontieren heißt, dem Gegenüber sein Verhalten vor Augen zu führen. Der Teilnehmer wird im „heißen Stuhl“ mit der eigenen Biografie und seinen gewalttätigen Verhaltensweisen konfrontiert sowie mit den daraus resultierenden Rechtfertigungs-mechanismen, die letztlich durchbrochen werden sollen.
Wie der Name schon vermuten lässt, kann es einem bei dieser Konfrontation schon mal recht warm werden und es geht dabei durchaus auch mal „heiß“ her.
Unsere Grundeinstellung, die sich wie ein roter Faden durch unsere Arbeit zieht, lautet aber, dass wir jedem Teilnehmer unsere uneingeschränkte Wertschätzung zuteil werden lassen. Nicht die Person verurteilen wir, sondern ihre (Gewalt-)taten.
Jeder Teilnehmer hat auch auf dem „heißen Stuhl“ das Recht „Stopp!“ zu sagen, wenn es ihm zu viel wird. Der „Stuhl“ wird in diesem Moment abgebrochen und zu einem späteren Zeitpunkt weitergeführt. (Stopp zu sagen bedeutet also nicht, dass man den Stuhl so vermeiden kann!)


Kann man sich auch anmelden, wenn man inhaftiert ist?
Natürlich ist eine Anmeldung zu einem Training grundsätzlich auch aus der Haft heraus möglich. Allerdings bringt es gar nichts, wenn man sich im geschlossenen Vollzug befindet und die Zeit bis zur Entlassung zu lang ist, da eine Ausführung zum Training nicht genehmigt wird.
Eine Teilnahme aus dem offenen Vollzug dagegen ist in Einzelfällen nach Rücksprache mit der JVA möglich.
Ebenso macht es natürlich Sinn, sich schon aus der Haft heraus anzumelden, wenn man seinen Entlassungstermin kennt und tatsächlich nach der Entlassung an einem Training teilnehmen will.
Eine Anmeldung nur zum Zweck, bei der Zweidrittelanhörung einen guten Eindruck auf den Vollstreckungsrichter zu machen, ist allerdings auch überflüssig, denn wir vermerken auf der Anmeldebestätigung ausdrücklich, dass eine Teilnahme am Training hierdurch nicht garantiert wird.


Warum werden unter 16jährige nicht zum Training zugelassen?
Wir arbeiten grundsätzlich mit altersgemischten Gruppen, in denen die verschiedenen Teilnehmer auch voneinander lernen, die jungen von den älteren und umgekehrt.
Wir gehen allerdings davon aus, dass es zwischen einem 14jährigen und einem 16jährigen Teilnehmer deutliche Reifeunterschiede gibt, die ein gleichberechtigtes Miteinander in der Anti-Gewalt-Arbeit erschweren und einen unterschiedlichen Arbeitsansatz bedingen. Wir möchten weder die Jüngeren überfordern oder gefährden, noch ihre Akzeptanz in der Gruppe in Frage stellen, deshalb haben wir beschlossen, derzeit eine Altersgrenze festzusetzen.
Auf Dauer können wir uns aber durchaus vorstellen, auch spezielle Kurse für jüngere Teilnehmer anzubieten, in denen wir das Konzept speziell auf diese Altersgruppe zuschneiden.


Kann man sich nach einem Trainingsausschluss erneut für ein Training anmelden?
Falls ein Ausschluss wegen zu hoher Fehlzeiten (z.B. bei Erkrankung) erfolgt ist, hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit, sich für das nächste Training erneut anzumelden.
Bei Ausschluss wegen Regelverstoß wird vor einem erneuten Training genau abgeklärt, ob der Teilnehmer seine Einstellung zwischenzeitlich geändert hat.
Ist dem Teilnehmer beim Ausschluss allerdings schon mitgeteilt worden, dass er sinnvoller eine (Psycho-)Therapie anstreben sollte, da er mit unseren Mitteln nicht erreichbar ist oder traumatisiert würde, gilt dieses auch für weitere Trainings.


Was passiert am Ende des Trainings?
Am letzten Tag des Trainings erhält jeder Teilnehmer, der bis dahin durchgehalten hat, eine Bescheinigung in zweifacher Ausfertigung über seine Trainingsteilnahme, in welcher der Zeitraum, die Trainingsinhalte und auch die Fehlstunden vermerkt sind.
Es ist Aufgabe des Teilnehmers, ein Exemplar dieser Bescheinigung entweder direkt ans Gericht, an den Bewährungs- oder Jugendgerichts-helfer oder sonstige „Auftraggeber“ weiterzureichen. Eine Übersendung durch den Verein erfolgt ausdrücklich nicht, da auch dieses zu der erlernten Übernahme von Eigenverantwortung durch den Teilnehmer gehört.
Im Fall von Verlust o.ä. stellt der Verein auf Antrag eine Kopie aus, auf der die Unterschriften der Trainer (aus organisatorischen Gründen) fehlen und die als Zweitschrift gekennzeichnet ist.


Wie viele „Chancen“ bekommt man bei LoG?

Wir sind der Meinung, dass jeder eine zweite Chance verdient hat. Das heißt konkret:
Wer einmal ein Training abgebrochen hat, kann sich, falls kein zu gravierender Ausschlussgrund (Gewalttätigkeit im Training, psychische Auffälligkeiten, Suchtmittelmissbrauch o.ä.) vorlag, erneut anmelden.
Teilnehmer, die schon ein Training aus eigenem Verschulden abgebrochen haben und zudem einer Einladung zum Vorgespräch nicht nachgekommen sind, werden nicht mehr in die Warteliste aufgenommen.
Zwei nicht eingehaltene Vorgesprächstermine führen ebenfalls dazu, dass die beiden Chancen verspielt sind und eine Neuanmeldung nicht mehr möglich ist.
Wer versäumt, seine neue Anschrift bei uns bekannt zu geben, kann nicht erwarten, dass wir sie selber herausfinden, er erhält deshalb keine weitere Post/Einladung.

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